Heidezauber 2026
„Bringt am besten einfach alles mit, was ihr habt.“ Vielleicht hätten wir diese Aufforderung vor unserem diesjährigen Heidezauber-Workshop noch ein wenig genauer formulieren sollen. Denn einige unserer Teilnehmer nahmen uns tatsächlich beim Wort – und so machten wir uns am Samstagnachmittag mit reichlich Kameras, Objektiven, Stativen und allerlei weiterem fotografischen Gepäck auf den Weg in die Heide.
Schon auf den ersten Metern wurde allerdings deutlich, dass auch die Heide in diesem Jahr stark unter der Trockenheit gelitten hatte. An vielen Stellen war von dem kräftigen Lila, das wir aus den vergangenen Jahren kannten, nicht besonders viel zu sehen. Zum Glück wussten wir aber noch einen Ort, an dem uns die Heide dann doch in den Farben empfing, auf die wir gehofft hatten. Und damit konnte es losgehen.
Erst einmal ankommen
Zu Beginn ließen wir die Teilnehmer ganz bewusst ein wenig alleine losziehen. Noch keine großen Aufgaben, keine konkreten Vorgaben und keine langen Erklärungen. Jeder sollte erst einmal Zeit bekommen, das Gebiet kennenzulernen, die ersten Motive zu entdecken und einen eigenen Zugang zur Landschaft zu finden. Denn gerade wenn mehrere Fotografen am gleichen Ort unterwegs sind, ist es immer wieder spannend zu beobachten, wie unterschiedlich dieser Ort wahrgenommen wird. Während der eine sofort bei den kleinen Details hängen bleibt, sucht der nächste nach weiten Landschaften, Strukturen oder besonderen Lichtstimmungen.
Andreas B.
Nach und nach kamen wir wieder zusammen und tauschten uns über die ersten Bilder und Ideen aus. Und dabei kristallisierten sich bereits die ersten Interessen und Schwerpunkte heraus. So beschäftigten wir uns an diesem Nachmittag unter anderem ausführlicher mit kreativen Fototechniken. Mit längeren Belichtungszeiten ließen wir die Heide immer abstrakter werden, experimentierten mit Bewegung und versuchten, uns ein wenig von der klassischen Abbildung der Landschaft zu lösen. Gleichzeitig gab es aber auch auf kleinerer Ebene einiges zu entdecken. Zwischen den Heidepflanzen waren verschiedene Insekten unterwegs und boten die Gelegenheit, sich mit der Tier- und Makrofotografie auseinanderzusetzen. Zwischendurch erwischte uns zwar ein kurzer Regenschauer, doch der hatte auch seine gute Seite. Die Wolken sorgten anschließend für eine richtig schöne Stimmung am Himmel und bescherten uns einen tollen Abschluss unseres ersten Tages.
Was haben eigentlich die anderen gesehen?
Am nächsten Morgen starteten wir zunächst nicht in der Heide, sondern im Seminarraum des Hauses der Natur. Dort wollten wir uns Zeit nehmen, die Ergebnisse des ersten Tages gemeinsam anzuschauen. Wir sichteten Bilder, bearbeiteten einige Aufnahmen und sprachen darüber, was gut funktioniert hatte und was man vielleicht noch anders ausprobieren könnte. Gerade dieser Austausch ist für mich bei solchen Workshops immer wieder besonders wertvoll. Denn plötzlich sieht man, was der Mensch neben einem am Vortag fotografiert hat – und stellt fest, dass man selbst an genau dieser Stelle vorbeigelaufen ist, ohne dieses Motiv überhaupt wahrzunehmen. Ein anderer Blickwinkel, eine andere Brennweite oder eine völlig andere fotografische Idee können reichen, um einen bekannten Ort plötzlich wieder ganz neu zu sehen. Und genau mit diesen neuen Inspirationen ging es am Nachmittag zurück in die Heide.
Kleine Aufgaben und große Aufregung
Dieses Mal bekamen die Teilnehmer ein paar kleine fotografische Aufgaben von uns mit auf den Weg. Dabei ging es bewusst nicht darum, ein bestimmtes Foto nachzubauen. Die Aufgaben sollten vielmehr einen kleinen Anstoß geben, Gewohntes zu verlassen, mit Perspektiven und Techniken zu experimentieren und vielleicht Motive zu entdecken, an denen man sonst vorbeigegangen wäre.
Doch schon bald war es mit der konzentrierten Aufgabenbearbeitung zumindest kurzzeitig vorbei. Denn irgendwo zwischen der Heide machte sich plötzlich Aufregung breit: Die ersten Gottesanbeterinnen waren entdeckt worden! Und natürlich dauerte es nicht lange, bis ein beachtlicher Teil unserer Gruppe um die Tiere versammelt war. Gottesanbeterinnen gehören einfach zu diesen Motiven, bei denen es schwerfällt, irgendwann zu sagen: „So, jetzt habe ich genug Fotos.“ Immer wieder veränderten sie ihre Position, saßen wunderschön zwischen den Pflanzen und boten ständig neue Möglichkeiten für Bilder. Entsprechend verbrachten wir einen guten Teil des Nachmittags damit, die Tiere zu beobachten und zu fotografieren.
Ein letzter Abend in der Heide
Später wurde es dann noch einmal kreativ. Nach einem weiteren kleinen Input zu verschiedenen Fototechniken blieb vor allem eines: Zeit zum Ausprobieren. Und dafür hätten wir uns kaum bessere Bedingungen wünschen können. Während die Sonne langsam tiefer sank und die Heide immer wärmeres Licht bekam, konnten alle noch einmal das ausprobieren, was sie während der vergangenen beiden Tage kennengelernt hatten. Lange Belichtungszeiten, ungewöhnliche Perspektiven, kleine Details, Tiere, Landschaft – oder einfach noch einmal eine ganz eigene Idee.
Zum Abschluss standen wir bei einem wunderschönen Sonnenuntergang gemeinsam in der Heide und ließen dieses Wochenende langsam ausklingen. Und irgendwie war genau das der perfekte Abschluss für diese beiden Tage. Denn bei einem Fotoworkshop geht es für uns am Ende nicht nur darum, mit möglichst vielen gelungenen Bildern nach Hause zu fahren. Es geht auch darum, neue Ideen mitzunehmen, Dinge auszuprobieren, sich gegenseitig zu inspirieren und gemeinsam eine gute Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Und genau das hatten wir. Zwei wunderbare Tage in der Heide, mit ganz viel Fotografie, Experimentierfreude, Gottesanbeterinnen und vor allem mit einer richtig tollen Gruppe.
Vielen Dank an alle, die dabei waren!
Und weil wir selbst noch lange nicht genug vom Heidezauber haben, freuen wir uns schon jetzt darauf, auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam mit euch in die Heide zu ziehen.
Sabine H.
Holger K.
Nadine K.
Michael K.
Petra S.
Henrike K.
Stefan D.
Elena S.
Gudrun W.