Goldlaub und Geweih

Schon als wir am Samstagmittag mit unseren acht Teilnehmer*innen im Wald ankamen, war die Hirschbrunft in vollem Gange. Überall waren Rothirsche unterwegs. Mal hörten wir einen Hirsch röhren, dann tauchte plötzlich einer zwischen den Bäumen auf. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Kameras gezückt waren.

Für unseren Workshop hatten wir einen weitläufigen WildWald ausgewählt. Dort leben die Tiere in einem großen Gehege unter möglichst naturnahen Bedingungen. Wir konnten mit ihnen im Wald unterwegs sein, ohne vor einem Zaun zu stehen. Zugleich bot uns das Gelände die Möglichkeit, uns mit einer Gruppe Zeit für die Fotografie zu nehmen und dabei Rücksicht auf die Tiere zu nehmen.

Erst einmal zur Ruhe kommen

Bei so vielen Hirschen fiel es anfangs gar nicht leicht, stehen zu bleiben. Die Aufregung war groß, und der eine oder andere ging begeistert mit der Kamera auf ein Tier zu. Dabei machten wir schnell eine Beobachtung: Die Hirsche bemerkten sofort, wenn wir uns für sie interessierten, und hielten Abstand. Also versuchten wir es anders.

Wir suchten uns einen Platz, beobachteten, was um uns herum geschah, und ließen die Tiere entscheiden, ob sie näherkommen wollten. Je ruhiger wir wurden, desto mehr konnten wir wahrnehmen. Und oft entstanden gerade dann die schönsten Gelegenheiten für ein Foto, wenn wir ihnen nicht hinterherliefen.

Natürlich machten wir zunächst auch klassische Porträts. Die Brunft bot dafür mehr als genug spannende Momente. Doch nach den ersten Aufnahmen wuchs die Lust, noch etwas anderes auszuprobieren.

Bewegung, Unschärfe und neue Ideen

Einige Teilnehmer*innen versuchten, die laufenden Hirsche mit der Kamera mitzuziehen. Andere spielten mit Unschärfe oder probierten aus, wie sich eine bewusste Unter- oder Überbelichtung auf die Stimmung eines Bildes auswirkt. Nicht jeder Versuch gelang sofort. Aber genau das machte den Nachmittag so spannend: Wir konnten Ergebnisse vergleichen, Einstellungen verändern und beim nächsten Hirsch eine neue Idee ausprobieren.

Währenddessen wurde das Licht von Minute zu Minute schöner. Die Sonne stand tiefer, fiel zwischen die Bäume und veränderte den Wald immer wieder. Motive, an denen wir zuvor noch vorbeigegangen waren, sahen plötzlich ganz anders aus.

Auf unserem Rückweg kamen wir auch durch die Bereiche der Wildschweine und Damhirsche. Dort blieben wir noch einmal stehen, beobachteten und fotografierten im warmen Sonnenlicht. Und als schließlich das Herbstlaub im Abendlicht leuchtete und zwischen den Bäumen wieder Geweihe auftauchten, wurde uns klar, warum dieser Workshop Goldlaub und Geweih heißt.

Vielen Dank an unsere Teilnehmer*innen für diesen gemeinsamen Tag, eure Neugier und eure Freude am Ausprobieren! Wir freuen uns schon darauf, den Kurs im nächsten Jahr wieder anzubieten. Dann möchten wir uns sogar ein ganzes Wochenende Zeit für die Rothirsche nehmen.

 
 

Katrin H.

Stephan S.

Sabine H.

Alexandra S.

Petra S.

Henrike K.

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Heidezauber 2026